Im Fokus: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Handwerk
Der Fachtag in Blankenfelde-Mahlow gab kleineren und mittleren Handwerksbetrieben praxisnahe Impulse für sichere und gesunde Arbeit.
Gesunde und leistungsfähige Beschäftigte sind für Unternehmen existenziell. Im Mittelpunkt standen deshalb Informationen für Betriebe, die ihren Arbeits- und Gesundheitsschutz weiterentwickeln wollen. Das Angebot richtete sich an Fach- und Führungskräfte sowie Beschäftigte des Gerüstbauer-, Dachdecker-, Maler- und Lackiererhandwerks.
Fachwissen, Prävention und offene Diskussion
Zu den Referentinnen und Referenten gehörten Fachleute für Arbeitssicherheit, der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, der Innungskrankenkasse IKK und der Präventionsberatung. Ergänzt wurde das Programm durch Impulsvorträge von Suchttherapeutin Alina Meyer-Riad zum Umgang mit Suchterkrankungen in der Belegschaft und von der psychologischen Beraterin Anne Hilgendorf-Ninnig zum Thema Neurodiversität.
Praktische Beispiele zeigten, was Betriebe für sicheres Arbeiten benötigen: von Gefährdungsbeurteilungen und Gefahrstoffverzeichnissen bis zu vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen. Eine gute betriebliche Struktur, eine tragfähige Unternehmenskultur und die Einbindung der Beschäftigten wurden dabei ebenso wichtig wie eine sinnvoll eingesetzte Digitalisierung.
Es geht beim Arbeitsschutz darum, dass die Beschäftigten abends gesund nach Hause kommen. Anders als noch in den 90er-Jahren ist das heute auch den Mitarbeitenden selbst wichtig!
Stimmen vom Fachtag
Jennifer Treichel
Verwaltung, Lublow Gerüstbau und Lublow Bedachungen, Pritzwalk
Besonders der Beitrag zum Thema Sucht war interessant und wichtig. Ich fand es gut, dass klargemacht wurde, wie vielseitig dieses Thema ist und dass es kein persönliches Versagen darstellt. Es wurde verständlich und praxisnah vermittelt.
Peter Kohls
Geschäftsführer, Malermeister Kohls, Berlin
Der Fachtag war eine gelungene Veranstaltung mit guten Referenten. Mir hat besonders der Vortrag zum Thema Sucht gefallen und dass der Austausch zwischen den Teilnehmern aktiv gefördert wurde. Dadurch haben viele bestimmt neue Ideen für den Gesundheitsschutz im eigenen Betrieb mitgenommen.
Collin Viererbe
Bauleiter, Schwan Gerüstbau Prignitz
Für mich war besonders die Gelegenheit zum Austauschen und Netzwerken mit anderen Gerüstbauunternehmen wichtig und sehr positiv. Auch die Vorträge zum Thema KI und Suchtprävention waren interessant und haben neue Impulse gegeben.
Andreas Lange
Maler, Gebotherm, Hildesheim
Ich fand die Themen des Fachtages sehr interessant und habe einige neue Informationen mitgenommen. Besonders den Vortrag über Neurodivergenz fand ich spannend. Beschäftigte mit ADHS haben ihre eigene Denkweise, das sollte man wissen, auch im Umgang mit zwischenmenschlichen Spannungen im Betrieb.
Was die Betriebe bewegt
Auch praktische Hindernisse kamen offen zur Sprache: hoher Zeitdruck im Baugewerbe, parallele Baustellen, Witterung und eine häufig als überbordend empfundene Bürokratie.
Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Sicherheit braucht Zeit – auf Baustellen haben wir oft keine.“
Die Projekte zur Qualifizierung von Beschäftigten, Führungskräften und Betriebsräten für sicheres und gesundes Arbeiten in kleinen und mittleren Unternehmen des Gerüstbauer-, Maler- und Lackierer- sowie Dachdeckerhandwerks werden im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.